Sinfonieorchester Liechtenstein
 

Liechtensteinische Musiker und Musikfreunde haben das Sinfonieorchester Liechtenstein (SOL) im Jahre 1988 als „Liechtensteinisches Kammerorchester“ gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Albert Frommelt als Initiant und langjähriger künstlerischer Leiter des Orchesters, sowie Claudio Veress, Reto Hasler, Klaus Beck, Pepi Hofer, Manfred Büchel, Hieronymus Schädler und Imelda Biedermann, welche damals auch das „erweiterte Direktorium“ des LKO bildeten. Schon zu Beginn der Orchestergeschichte war der jetzige Präsident des SOL, Dr. Ernst Walch, mitbeteiligt: zusammen mit Albert Frommelt und Reto Hasler erarbeitete er die Statuten des Vereins „Liechtensteinisches Kammerorchester“!

Die Debutkonzerte des LKO fanden im September 1988 / Januar 1989 statt; auf dem Programm standen „Musik für Orchester“ von R. Schädler, das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester von W. A. Mozart sowie die 6. Sinfonie von F. Schubert. Der LKO Präsident der Startphase war Dr. Walter Oehry, der im März 1990 von Dr. K.F. Büchel abgelöst wurde. 1995 erfolgte unter der Präsidentschaft von Marcus Vogt die Namensänderung in „Symphonisches Orchester Liechtenstein – SOL“. Anlässlich der Generalversammlung im Dezember 1996 wurde Günter Brock zum neuen Präsidenten gewählt, Albert Frommelt, Klaus Beck, Manfred Büchel und Reto Hasler wurden als Direktoriumsmitglieder bestätigt. Nach dem Rücktritt von Manfred Büchel wurden im Juni 1997 Werner Gloor und im Jahr 2010 Uwe Martin als Beisitzer in das Direktorium gewählt. Seit Januar 1999 amtiert Dr. Ernst Walch als Präsident des SOL.

In der nun mehr als 20-jährigen Zeit seines Bestehens hat sich das SOL durch Engagement, Spielfreude und hohen Qualitätsanspruch zu einem Klangkörper entwickelt, der dem Publikum genussvolle und beeindruckende Konzerterlebnisse bietet, die Presse zu begeistern vermag und der das Land Liechtenstein auch im Ausland als musikalischer Botschafter repräsentiert. Längst ist es zu einem wichtigen und anerkannten Bestandteil des Musik- und Kulturlebens Liechtensteins, aber auch der weiteren Region geworden. Für die in der Region wirkenden Musikerinnen und Musiker stellt das SOL eine wichtige und notwendige Institution dar.

Die Orchestermitglieder sind Berufsmusiker und Musiklehrer aus Liechtenstein, den benachbarten Regionen der Schweiz und Österreichs sowie aus dem süddeutschen Raum. Je nach Programm wirken in den Konzerten 45 bis 80 Musikerinnen und Musiker mit. Die "Camerata des SOL" ist eine kammermusikalische Formation des Sinfonieorchesters Liechtenstein. Das Repertoire des Orchesters umfasst Werke aus der gesamten klassischen und romantischen Orchesterliteratur, aber auch zeitgenössische Kompositionen. Immer wieder stehen Werke des grossen Liechtensteiner Komponisten J. G. Rheinberger auf dem Programm; einige seiner Hauptwerke hat das SOL auf CD eingespielt. Werke zeitgenössischer Komponisten werden ebenso gepflegt und berücksichtigt; Kompositionen von H. Schweizer, Chr. Kobelt, H. Schädler, J. Hanselmann, M. Frommelt und D. Gong wurden vom SOL uraufgeführt.

Die Konzerttätigkeit des SOL beschränkt sich nicht nur auf Liechtenstein und die Nachbarregionen Österreichs und der Schweiz, sondern führte auch nach Deutschland, Frankreich und nach Mazedonien, wo das SOL im Sommer 2004 an den Internationalen Musikfestwochen in Ohrid gastierte. Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Souveränität des Staates Liechtenstein gab die Camerata des SOL im Oktober 2006 zwei Konzerte in Wien. Eine Delegation des SOL spielte 2010 am Nationentag der EXPO 2010 in Shanghai.

Mit dem Theater am Kirchplatz (TAK) in Schaan wird eine enge Zusammenarbeit gepflegt, das SOL ist heute regelmässiger Gast im TAK-Konzertkalender. Das Orchester gestaltet seit dessen Gründung zusammen mit dem Chorseminar Liechtenstein Oratorien- oder andere grosse Chor-/Orchesterkonzerte. Aber auch die Mitwirkung bei weiteren renommierten Produktionen wie der Operette Balzers, den Schlossfestspielen Werdenberg (1999) und dem J. G. Rheinberger Chor bekräftigen die wichtige Stellung des SOL als professionellen Klangkörper. Mehrmals gastierte das SOL beim Opern-Apero am Neujahrstag im Kongresszentrum Davos. Darüber hinaus wurde das SOL immer wieder für Aufführungenfür verschiedenste Projekte im In- und Ausland engagiert, wie z. B. vom Orpheus-Chor Bern.

In der Konzertsaison 2011/2012 veranstaltet SOL erstmals in der Geschichte des Orchesters eine eigene ABO Reihe "SOL im SAL". (Reto Hasler)